Aluminiumrohrbruch

z.B. Aluminium-, Kupfer-, Hochtemperaturwerkstoffe

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Aluminiumrohrbruch

Beitragvon Braungardt » Di, 26. Aug, 2008 15:36

Ich habe folgendes Problem: Ein Aluminiumrohr mit der Wanddicke eines halben Millimeters und geschweißt bricht mir längs immer nahe der Schweißnaht. Kein duktiler Bruch. Das Gefüge weist Unmengen an Ausscheidungen jeglicher Art auf und relativ gleichmäßig verteilt Mikrolunker. Habe den Verdacht, dass dort wo diese Lunker sind vorher eine Ausscheidung saß und sich durch diese Ansammlung von Materialausbrüchen der Bruch entstanden ist.Quasi als "Sollbruchstelle". Andere Vorschläge? Ist die Wandicke zu dünn oder würde ein reineres Aluminium sich als stabiler erweisen?
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Beitragvon Boromir » Di, 26. Aug, 2008 18:10

ausschweidungen können wiederlich sein. schwer über ferndiagnose zu sagen. uff.. wie wurde das rohr geschweißt? WIG?
wo ist der riss genau? an der Rohrwand oder an der Kante der Schweissnaht?
welcher schweisszusätze wurde genommen? welcher schweissdraht?
beim alu schweissen kann man viel falsch machen weil das oxid einem den spass verdirbt. aluminium schweißen ist nichts für anfänger,des metall glüht nämlich nicht, es brennt dir gleich weg.
wurde es anschliessend ausgelagert? sind die enden offen oder geschlossen gewesen? sonst platzt dir das rohr beim erwaermen.
welchen zusatzsstoff genommen werden sollte findet man hier:
http://www.migweld.de/cont/werkstoff.html

ausserdem kommen mit risse nahe der schweissnaht sehr bekannt vor. wenn ich nur wüsste was es damals war *grübelt* fällt mir sicher nochmal ein. dann gibts nen neuen beitrag :)
Gruß
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Beitragvon Braungardt » Mi, 27. Aug, 2008 08:36

Hab leider kaum Infos zur weiteren Behandlung. Nur diese:Ausgangspunkt ist ein Kunststoffrohr (2mm) mit Kleber drauf, daherum wird Alublech gebogen bis sich beide Enden direkt gegenüber stehen und dann ohne Zusatzstoff lasergeschweißt. daherum kommt wiederrum Kleber + Kunststoff(1mm). Das wird mit Fittings verpresst in einen Prüfstand eingebaut und bei definierten Druck für bestimmte Zeit Wasser durchgejagt. Dann hat das Alu nach zu kurzer Belastungsdauer aufgegeben und ist nicht in, aber nahe der Schweißnaht gerissen und der darauf liegende Kunststoff um 1mm versetzt dazu.
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Beitragvon Boromir » Mi, 27. Aug, 2008 17:33

ach das rohr wird längs geschweißt. :lol:

ich nehme an wie hier: http://www.freepatentsonline.com/EP0127127.html

das aufreißen kann mehrere gründe haben. sicher sind poren oder mikrolunker & ausscheidungen nicht besonders hilfreich. aber die risse können auch durch durch spannungen oder materialschrumpfung beim abkühlen entstehen. es könnte auch der zu hoch gewählte wasserdruck der grund sein (dagegen hilft dickeres bleich)
ausserdem könnte auch das problem der "aufhärtung" des grundwerkstoffes durch das schweissen das problemn sein (kenn mich mit laserschweißen nicht aus und hab daher keine ahnung ob es relevant ist, kann mir das aber gut vorstellen)

möglichkeiten zum verbinden von alu: WIG, MIG, laser, oder halt kleben. die bahn und der flugzeugbau nutzt das seit jahren.
Gruß
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Beitragvon Dr.Str-Pharm » Fr, 26. Sep, 2008 09:29

vermtl. Thermospannungen. Aluwerkstofffe neigen schnell zu Rissen bei der Wärmebehandlung. Habe hier 2 aktuelle Fälle von Rissen, die ich nur auf Eigenspannungen durch Wärmebehandlung zurückführen kann.

Würde mich interessieren wie man solche Eigenspannungen messen kann ? Röntgenfeinstruktur vielleicht ? gibts da auch was einfaches ?
carpe noctem !
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Beitragvon Boromir » Fr, 26. Sep, 2008 16:56

Dr.Str-Pharm hat geschrieben:...Würde mich interessieren wie man solche Eigenspannungen messen kann ....

na schau mal hier ;)

http://www.metallographie-ausbildung.de/forum/bremsscheiben-aus-gusseisen---werkstofftechn-besonderheiten-t47.html#335
Gruß
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Beitragvon Dr.Str-Pharm » Fr, 26. Sep, 2008 17:23

ich schrieb Röntgenfeinstruktur ... das ist das gleiche :)

meinte eher etwas praktikableres. Gibt da ja auch die sog. "Bohrlochmethode", aber von der halte ich nicht besonders viel.
carpe noctem !
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