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Metallographie Forum Die Diskussionsplattform für Metallographie
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S.Herleth
Anmeldedatum: 08.08.2007 Beiträge: 23 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Fr, 29. Apr, 2011 08:34 Titel: Anlaufen bzw. grau werden von 1.4301 Weichglühen |
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Hallo
Wir haben immer wieder das Problem dass Teile aus 1.4301 beim Weichglühen (ca. 1000°C) im Vakuumofen anlaufen (bläulich) bzw. grau und stumpf werden.
Die Teile werden gestanzt und dann in Peer gewaschen um Öle aus dem Fertigungsprozess zu entfernen.
Teile von einem anderen Lieferanten verhalten sich "normal", nach dem Glühen sind die metallisch blank und nach wie vor glänzend.
Kann sie hier jemand diesen Effekt erklären und uns sagen wie wir dass zukünftig verhindern können?
Gruß
Sebastian Herleth _________________ Arbeitgeber: EAW-Relaistechnik
Aufgabengebiet: Entwicklung/Konstruktion
Abschluß am Lette-Verein Juli 2000 |
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Dr.Str-Pharm
Anmeldedatum: 11.08.2007 Beiträge: 126 Wohnort: Zürich
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Verfasst am: Fr, 29. Apr, 2011 09:23 Titel: |
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Restschmutz auf den Teilen von Lieferant A ?
Wet abrasive blasting mit Körnung F240-500 vor dem Wärmebehandeln wäre sicherlich eine Alternative. Ist auch bei bereits verfärbten Teilen anwendbar und hat den Vorteil, sehr geringe Rauhigkeiten bei geringem Materialabtrag zu erzeugen.
Was ist Peer ? _________________ carpe noctem ! |
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S.Herleth
Anmeldedatum: 08.08.2007 Beiträge: 23 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Fr, 29. Apr, 2011 09:31 Titel: |
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Sorry, nicht "Peer" sondern Per (Perchloräthylen), mein Fehler.
Schleifen ist schlecht, es handelt sich dabei um ein "Becherförmiges" Bauteil mit einem Durchmesser von ca. 14mm. Außerdem geht es im mehrere Tausend Teile.
Es wurde wohl schon mal eine Art Vibrationsschleifen mit Keramikpyramiden versucht, aber ohne erfolg.
Wir bekommen jetzt noch mal gut 1.000 Teile aus dem gleichen Rohmaterial wie die Fehlerhafte Charge. Mit diesen wollen wir dann mal unterschiedliche Behandlungen testen und sehen ob es zum einen reproduzierbar ist und wie es sich vermeiden mäßt. _________________ Arbeitgeber: EAW-Relaistechnik
Aufgabengebiet: Entwicklung/Konstruktion
Abschluß am Lette-Verein Juli 2000 |
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Boromir

Anmeldedatum: 09.08.2007 Beiträge: 361 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Fr, 29. Apr, 2011 12:10 Titel: |
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verfärbungen nach der wärmebehandlung sind zurückzuführen auf oxydschichten, in denen das licht interferiert wird, und daher optisch wahrgenommen werden können. behandelt man deinen werkstoff unter normaler atmosphäre bildet sich eine oxydschicht von rund 200 nm, die für das auge blau bis grau ersichtlich ist (vgl. Anlauffarben)
diese verfärbungen sind abhängig von der rauheit der oberfläche.
Da ihr einen Vakuumofen verwendet sollte der Restsauerstoffgehalt sich so sehr minimieren, das das Potential zur Oxydschichtentstehung auf ein minimum reduziert wird.
ich werde am montag einen kollegen kontaktieren, der sich weitaus besser damit auskennt als ich, und anschließend nochmal eine rückmeldung geben.
lg
Boromir _________________ Gruß
Boromir Fischer
- Metallographie Forum -
Zuletzt bearbeitet von Boromir am Sa, 30. Apr, 2011 00:46, insgesamt einmal bearbeitet |
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Matthias1111
Anmeldedatum: 16.01.2009 Beiträge: 20
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Verfasst am: Fr, 29. Apr, 2011 16:44 Titel: |
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Hallo,
ich kann die Aussage meines Vorschreibers nur bestätigen, gutes Vakuum und Temperatur sicher über 1000°C (ca.1000°C ist etwas ungenau, da die entstehenden Cr-Oxide erst bei >1000°C 'geknackt' werden. Ich weiß die genaue Temperatur nicht mehr, bis zu der sie beständig sind, wir haben immer bei 1030-1050°C geglüht). Wenn der Restsauerstoffgehalt in der Ofenatmosphäre während des Aufheizens zu hoch ist, entstehen die Oxide eben während des Aufheizens und müssen dann wieder beseitigt werden.
Gruß, Matthias |
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S.Herleth
Anmeldedatum: 08.08.2007 Beiträge: 23 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Mo, 02. Mai, 2011 06:24 Titel: |
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Das mit den Oxyden ist schon klar, dies haben wir auch schon mit dem Lieferanten bzw. der Härterei besprochen. Da dies aber nur bei diesem Teil auftritt und nicht bei anderen aus dem gleichen Werkstoff und der selben Behandlung, gehen meine Gedanken eher in Richtung Werkzeug.
Entweder das Ziehöl oder eine Werkstoffkombination die sich nicht verträgt.
Beim Stanzen und Tiefziehen wird ja die Schutzschicht an der Oberfläche beschädigt bzw. zerstört. Wenn das Werkzeug dann die Oberfläche mit Fremdstoffen verunreinigt oder die Oberflächenrauigkeit verstärkt könnte sich dies ja auch negativ auf den Glühprozess auswirken, oder?
Oder das Ziehöl enthält bestandteile die vom Per nicht gelößt werden können. Die könnte auch erklären warum der Glühfehler nicht immer auftritt. Vorausgesetzt unser Lieferant nutzt unterschiedliche Ziehöle.
Zu den Glühtemperaturen, das Glühen findet oberhalb von 1.000°C statt mehr verrät die Härterei nicht. _________________ Arbeitgeber: EAW-Relaistechnik
Aufgabengebiet: Entwicklung/Konstruktion
Abschluß am Lette-Verein Juli 2000 |
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Boromir

Anmeldedatum: 09.08.2007 Beiträge: 361 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Mo, 02. Mai, 2011 16:29 Titel: |
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der kollege bestätigte meine aussage.
zusammengefasst:
oberflächenrauhheit
unzureichendes vakuum
unzureichende reinigung
oberflächliche rückstände der werkzeuge vom tiefziehen würde ich ausschließen, könnte aber auch ein grund sein.
lösungsansätze:
je 1 teil von den verscheidenen lieferanten nach der reinigung mit perchlorethen genau untersuchen mit möglichst hohen vergrößerungen im anlieferungszustand, um eventuelle unterschiede sichtbar zu machen.
anschließend die proben einem entfettungsnachweis unterziehen (google nutzen, es gibt diverse verfahren, kenne mich da leider nicht so gut aus)
anschließend die oberflächenrauheit im schliff oder mit einem rauhheitsmessgerät überprüfen.
sollten unterschiede erkennbar sein, bist du der lösung einen guten schritt näher.
grüße
boromir _________________ Gruß
Boromir Fischer
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