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ASTM G 48 A - Materialuntersuchung an 1.4569

 
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Gotti2303



Anmeldedatum: 18.01.2010
Beiträge: 21
Wohnort: in der Oberpfalz

BeitragVerfasst am: So, 13. Jun, 2010 12:53    Titel: ASTM G 48 A - Materialuntersuchung an 1.4569

hallo zusammen,

ich sitze grad an der Kalkulation einer für mich/uns interessanten Anfrage, aber: nix weiss

Für die Fertigung von Teilen für Entsalzungsanlagen müssen alle Fertigungschargen (Duplex 1.4501, als Gußvariante voraussichtlich 1.4569, PREN >40) nach ASTM G48A - 50°/24h geprüft werden.

Fragen: help
1. Was beinhaltet diese G48A-Prüfung bzw. diese Norm?
2. Was ist für die Prüfung/Prüfkörper zu beachten / empfehlen? Reichen hierzu Probekörper aus angegossenen Proben (Y-Proben mit vergleichbarer Wanddicke)?
3. Kann jemand aus dem Forum diese Prüfung durchführen? Wenn nicht, bitte Alternativadressen...
4. Wenn ja: was kosten diese Prüfungen mit Dokumentation (Ergebnisse mit Gefügebilder etc., Bescheinigung nach EN 10204-3.1 oder vergleichbar)?
Es werden mit Sicherheit mehrere Chargenprüfungen erforderlich.
Wenn hierzu eine ofizielle Anfrage benötigt wird, bitte Info.

Antworten auch als PM möglich schreiben

Im Voraus besten Dank,
viele Grüße und schönes fleh an Fußball-WE

Gotthard gruebel
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Und nur wer keine Fragen stellt,
bekommt auch keine Antworten.
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Boromir



Anmeldedatum: 09.08.2007
Beiträge: 361
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: So, 13. Jun, 2010 16:00    Titel:

hallo gotti.
leider kenne ich mich auf dem gebiet nur sehr schlecht aus, ich versuche es aber mal dennoch dir die frage so gut es geht zu beantworten.
der superduplex (G)X2CrNiMoCuWN25-7-4 besteht aus rund 50% Ferrit und 50% Austenit (der chromgehalt von 24- 26% sollte den werkstoff ausreichend passivieren). der PREN wert (Pitting Corrosion Resistance Equivalent Number) beschreibt die resistenz gegen lochfrasskorrosion.
erreichnet wird er durch "PREN=%Cr+3,3x%Mo+16x%N", wobei es auf wikipedia andere formeln gibt. : http://de.wikipedia.org/wiki/PREN+

die g48 prüfung beinhaltet also einen versuchsaufbeu bei der der werkstoff einem korrosiven medium bei erhöhten temperaturen (hohe temperaturen, erhohte wirksamkeit, ähnlich wie beim warmen ätzlösungen) ausgesetzt wird.

auf arbeit haben wir öfter einen IGC-Test nach ASTM A-262 durchgeführt. vermutlich wird der aufbau ähnlich sein. die probe wird einer korrosiven lösung bei unter 100°C 24h ausgesetzt. liegen auf den korngrenzen die chromkarbide (C23C6), die dem umliegenden gefüge den chrom entziehen, werden die korngrenzen aufgelößt. ist er geständig gegen interkristalline korrosion passiert genau dieser ablauf nicht, und der IGC-Test ist erfüllt.

zurück zum thema g48.
es muss die abwesenheit von nachteiligen intermetallischen phasen nachgewiesen werden. soweit ich weiß werden die kanten des prüflings nicht mit ausgewertet (obwohl die korrosion in den bereichen natürlich bevorzugt auftritt)
die probe wird feingechliffen und der lösung ausgesetzt (bei dir wohl 50°C, 24h, vermutlich 6%FeCl3). lochfraßkorrosion, wenn sie auftritt, ist schnell sichtbar. um eigeninterpretation zu vermeiden wird allerdings nur der gewichtsverlust gemessen. abschließend wird der gewichtsverlust in eine korrosionsrate umgerechnet.

zum prüfkörper kann ich keine angaben machen. sicherlich gibt es hierzu in der astm genauere angaben. ob du die y-probe verwenden kannst (y-probe ist der bereich des speisers, oder?) kann ich auch nicht sagen, aber ich vermute das das kein problem sein sollte, solange sie auch wie der rest des materials lösungsgeglüht wurde.

vermutlich wird das einfachste sein das material von einem lieferant zu bestellen, mit der anforderung der erfüllung der "ASTM G48A - PREN >40, 50°/24h" und der erstellung eines 3.1-er zeugnisses. ich glaube kaum das das die welt kosten wird. ich schätze den zusatzaufwand gering ein. vielleicht mal bei den namenhaften herstellen (zb enpar) nachfragen.

gruß
Boromir
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Gruß
Boromir Fischer

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Gotti2303



Anmeldedatum: 18.01.2010
Beiträge: 21
Wohnort: in der Oberpfalz

BeitragVerfasst am: So, 13. Jun, 2010 16:14    Titel:

Boromir hat Folgendes geschrieben:

vermutlich wird das einfachste sein das material von einem lieferant zu bestellen, mit der anforderung der erfüllung der "ASTM G48A - PREN >40, 50°/24h" und der erstellung eines 3.1-er zeugnisses. ich glaube kaum das das die welt kosten wird. ich schätze den zusatzaufwand gering ein. vielleicht mal bei den namenhaften herstellen (zb enpar) nachfragen.

gruß
Boromir


hallo Boromir,

danke für die Info, aber das Material extern zu bestellen ist nicht gut, denn hier können weder Fertigplatten oder Stangenware etc. verwendet werden und meine Firma soll solche Teile gießen!
Duplex-Qualitäten zu gießen ist nix besonderes bei uns, gehört zum Tagesgeschäft. Jedoch diese Prüfung war bisher noch nie gefordert.

Gruß,
Gotthard
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Boromir



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Beiträge: 361
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Mo, 14. Jun, 2010 04:13    Titel:

ups.. steinigung
wenn sich niemand meldet der die prüfung machen kann und sie anschließend mit einem 3.1-er zeugnis bescheinigt, wäre vermutlich der sinnigste weg zuerst die astm zu beschaffen naja

gruß
Boromir
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Gruß
Boromir Fischer

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Gotti2303



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BeitragVerfasst am: Mo, 14. Jun, 2010 07:38    Titel:

Servus Boromir,,

den Inhalt der ASTM G48A habe ich, jedoch können wir diese Prüfung nicht selber durchführen, uns fehlt hierzu die Erfahrung und das erforderliche Equipment.

ASTM in Englisch, ohne Bilder:

TESTING FOR PITTING RESISTANCE
Ordinary methods using weight losses are not recommended for pitting tests because the overall material loss may be very small even though severe pits have developed. Evaluating the number of pits, their depths or localisation can give useful information about the mechanisms of initiation and growth, but is not adequate for evaluation of pitting resistance. It is therefore preferable to simulate conditions which result in pit initiation to provide a relevant means of assessing resistance to this type of corrosion attack. This is done by exposing the test material to an aggressive environment for a certain time. If corrosion pits are observed the material has failed.

THE ASTM G48-TEST
One immersion test method for pitting corrosion is the ASTM G48A-test, where samples are immersed in a 6% FeCl3 solution. This solution is very corrosive due to the simultaneous presence of chloride ions and oxidising ferric ions. The temperature is held constant (e.g. at 22±2 or 50±2°C) and the recommended time for exposure is 72 hours. After cleaning the samples are weighed and the surfaces are examined for pits.

CPT DETERMINATIONS

CPT curves for stainless grades in neutral solutions with various chloride
contents. Sanicro 28, 254 SMO and SAF 2507 are not attacked under
the shown conditions.

Figure 9 shows the same figure for other alloys and with a higher applied potential (+600 mV SCE), which corresponds to a potential often found in chlorinated sea water. Curves obtained in tests at different potentials cannot be compared.

The temperature and the presence of oxidising agents are important parameters for pitting corrosion. A number of test methods have therefore been developed to determine the critical values for these. The critical pitting temperature, CPT, is a value often requested. It should be noted that CPT values are specific for the environment and the test method used and these must therefore always be reported. CPT can be determined by ASTM G48 praxis E. A sequence of test periods are used at increasing temperatures. Between immersion periods the samples are removed, cleaned and examined for pits. The minimum temperature at which the material experiences pitting corrosion is defined as the CPT.

CPT can also be determined electrochemically. The most common ways are either to use a potentiodynamic method and measure at which temperature the break-through potential drops, or to use a constant potential (potentiostatic method) and measure the temperature at which the current increases drastically. A discrepancy exists between results from different methods but they are both frequently used to study differences in pitting resistance of stainless steels.

Figure 8 shows the critical pitting temperature for different alloys measured potentiostatically at +300 mV SCE and with varying chloride concentrations. The potential +300 mV SCE is often found in natural sea water.

To ensure freedom also from crevice corrosion, design temperatures should in general be at least 15 – 25°C below the temperatures given by the CPT values, although the critical temperature strongly depends on the crevice geometry.

Principle of CPT testing.

1. Cooling coil
2. Gas distributor
3. Reference electrode
4. Test specimen
5. Counter electrode
6. Temperature sensor
7. Immersion heater
8. Specimen holder with connection
9. Reflux cooler

ASTM G 48, practice A (6% FeCl3) is one of the toughest pitting tests for stainless steels. It gives the same ranking order for the steels as in slightly chlorinated seawater. In our laboratory a modified version of G 48 PrC (with stepwise raising of the temperature, see below) is used. This allows the determination of CPT. The results from such a test is shown in the diagram below.


Gruß,
Gotthard
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Dr.Str-Pharm



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Beiträge: 126
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: Mo, 14. Jun, 2010 11:55    Titel:

schick mir doch bitte die Requirements der ASTM rüber. Vielleicht kann ich dir weiterhelfen, schliesslich müssen wir ähnliche Nachweise für Boing und Airbus erbringen. Eventuell könnten wir die Prüfung machen.
_________________
carpe noctem !
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