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Metallographie Forum Die Diskussionsplattform für Metallographie
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Hagger
Anmeldedatum: 24.05.2011 Beiträge: 2
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Verfasst am: Mi, 25. Mai, 2011 12:34 Titel: Bitte Hilfe bei der Erklärung des Schweißnahtgefüges |
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Hallo,
ich habe in einem versuch zum schweißen eine fallende kehlnaht geschweißt
anschließend soll ich jede zone mit dem vorliegendem Gefüge beschreiben was auch funktioniert hat bis auf das Gefüge der Naht an sich
Theoretisch sollte hier ja ein grobes Gussgefüge zu erkennen sein also widmanstätten Gefüge jedoch sieht mein vorliegendes Gefüge meiner meinung nach komplett anders aus kann mir bitte jmd erklären was hier passiert ist bevor ich gar verzweifel
Immoment bin ich der Meinung das das Kornwachstum hier erst angefangen hat daher die ausgeprägten dendriten, und dadurch das die Naht sofort nach dem schweißen in Wasser abgeschreckt wurde wurde das Kornwachstum unterbrochen. Ist das soweit richtig?
Danke schnonmal im Voraus
Zur Veranschaulichung:
http://www.bilder-space.de/show_img.php?img=6bf6ff-1306323942.jpg&size=original |
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Kaatz

Anmeldedatum: 06.08.2007 Beiträge: 247 Wohnort: Lette-Verein
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Verfasst am: Do, 26. Mai, 2011 09:43 Titel: |
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Hallo Hagger und willkommen im Metallo-Forum,
Dendriten kann ich auf dem Foto nicht wirklich sehen (dazu ist die Vergrößerung ausnahmsweise mal zu hoch ).
Eine schnelle Abkühlung wirkt natürlich einem ausgeprägtem Dendritenwachstum entgegen, also sollten in der Schweiße auch keine Transkristalliten (Stengelkristalle) vorhanden sein. Sind doch bei kleinerer Vergrößerung welche zu sehen, so gab es eine schnelle Wärmeabfuhr in Richtung Oberfläche, da die Erstarrung des Schweiße ja sicherlich bereits erfolgt war bevor sie abgeschreckt wurde (was sollte das mit dem Abschrecken eigentlich? Das erzeugt garantiert so hohe innere Spannungen, evt. sogar Risse, dass kann doch nur zu Versuchszwecken gemacht worden sein?)
Die primäre Kristallkorngröße (Austenitwachstum) ist hier aber von den Erstarrungsbedingungen (Wärmaabfuhr beim Schweißen/Stahlsorte) abhängig und nicht von der Wasserabschreckung.
Letztere hat nur noch Einfluss auf das Umwandlungsgefüge beim Austenitzerfall.
Das Foto zeigt hier kein einheitliches Gefüge: Das mittlere Korn sieht noch sehr perlitisch (in Widmannstätten-Struktur) aus, der Rest ferritisch-bainitisch-martensitisch.
Vermutlich ist diese Wasserabschreckung erfolgt als die Schweißung sich von der Temperatur her bereits im Bereich der Umwandlungstemperatur befand. Dann war bereits etwas voreutektoider Ferrit ausgeschieden und der restliche Austenit wandelte dann je nach Legierungsgehalt und Abkühlungsgeschwindigkeit zu Perlit, Bainit oder Martensit um.
Viele Grüße und viel Erfolg bei deiner Beschreibung,
P. Kaatz _________________ Administrator - Metallographie Forum - |
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Hagger
Anmeldedatum: 24.05.2011 Beiträge: 2
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Verfasst am: Do, 26. Mai, 2011 15:25 Titel: |
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Aahhh super danke
Der Versuch wurde zur Verdeutlichung der Wärmeeinflusszone gemacht (haben C 45 und S 235 verschweißt) und natürlich nur zur Anschaulichkeit abgeschreckt die anderen Zonen waren auch schön der Theorie entsprechend nur hier hat es meiner Meinung nach nicht gepasst
aber jetzt ist ja alles klar besten dank |
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