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Gefügebestimmung niedriglegierter Vergütungsstahl

 
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Ralfyw



Anmeldedatum: 10.02.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Fr, 11. Feb, 2011 10:17    Titel: Gefügebestimmung niedriglegierter Vergütungsstahl

Hallo,

ich bin nicht sehr erfahren, was Metallographie angeht und mir deshalb nicht sicher was ich von den Bildern halten soll (vielleicht schlecht geätzt?). Was meint ihr was es für ein Gefüge ist?

Es handelt sich um einen niedriglegierten Vergütungsstahl mit 0.23% C. Vergrößerung 2000:1, Ätzung Nital.

Bild 1 (550 HV0,1):


Bild 2 (HV weiß ich nicht genau; liegt irgendwo zwischen 550 HV0,1 und 300 HV0,1):


Bild 3 (300 HV0,1):


Danke schon mal für eure Hilfe
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Canadien77



Anmeldedatum: 28.08.2007
Beiträge: 317
Wohnort: Blaustein

BeitragVerfasst am: Fr, 11. Feb, 2011 14:44    Titel:

Sieht mir schwer nach ferritisch-perlitisch mit feinem Perlit aus. Für einen anständigen Martensit hat der Stahl in meinen Augen auch zu wenig Kohlenstoff.

Hast du noch andere Infos über die Legierungszusammensetzung (Werkstoffnummer wäre ideal) oder eventuelle Wärmebehandlungen?

Danke
_________________
In den meisten Fällen ist Diffusion die richtige Antwort. Sollte dem nicht so sein, so kann man durch Zulegieren von Mangan alles retten. Auf jeden Fall, Rekristallisation ist nicht immer die Antwort auf alle Fragen.
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Ralfyw



Anmeldedatum: 10.02.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Fr, 11. Feb, 2011 15:30    Titel:

Es handelt sich um einen Bor(5)-Mangan(22)-Stahl.

Bild 1 sollte eigentlich maximal ausgehärtet sein -> Martensit.

Bild 3 ist bei 500 °C abgefangen (kann da Bainit dabei sein? wenn ja wo seh ich den?)

Bild 2 liegt irgendwo dazwischen smile

Die Bilder sehen für meine (bescheidenen) Erfahrungen sehr seltsam aus, weshalb ich den Verdacht habe, das die Ätzung suboptimal ist...

PS: köstliche Signatur biggrin
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Kaatz



Anmeldedatum: 06.08.2007
Beiträge: 247
Wohnort: Lette-Verein

BeitragVerfasst am: So, 13. Feb, 2011 12:35    Titel:

Hallo Ralfyw,

also die Ätzung ist wahrscheinlich völlig okay, aber die Fotos sind mit zu stark geschlossener Aperturblende aufgenommen. Dann sind im Ferrit leider die noch nicht auspolierten Kratzer zu erkennen bzw. die Martensitnadeln stehen im Relief und dann sieht das so merkwürdig aus.

Faustregel für eine richtige Einstellung der Aperturblende: Eines der Okulare aus dem Betrachtungstubus herausziehen (dann kann man das Bild der Aperturblende sehen) und Blende 1/3 geschlossen - 2/3 geöffnet einstellen, Okular wieder einsetzen. Das muss vor dem Fotografieren für jede Vergrößerung gemacht werden, weil jedes Objektiv einen anderen Öffnungswinkel hat.
Ach und 2000:1 mit dem Lichtmikroskop? ohne Immersionsöl? Was ist das denn für ein Zaubergerät?

So, jetzt zu dem Gefüge: Nach der Zusammensetzung klingt es nach einem Feinkornbaustahl?
Bild 1: Die Fotos sind ja etwas sehr undeutlich, aber für die Zusammensetzung könnte das schon ein martensitisches Gefüge sein.
Bild 2: Sorry, da kann ich wirklich nix erkennen...
Bild 3: Schwer zu sagen, ob die hellen Körner Ferrit oder Bainit sind. Der Härtewert ist für ein ferritisch-perlitisches Gefüge jedoch zu hoch. Der Härte nach würde ich auf Bainit und Perlit tippen.

Vielleicht kann man das Gefüge noch mal mit richtig eingestellter Apertur fotografieren? Zuvor bitte möglichst abpolieren und erneut mit 3% HNO3 ätzen.

Bis dahin viel Erfolg,

P.Kaatz
_________________
Administrator - Metallographie Forum -
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Ralfyw



Anmeldedatum: 10.02.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Di, 15. Feb, 2011 20:16    Titel:

hat sich jetzt erledig

Vielen Dank für eure Hilfe, ihr seid echt Klasse!
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