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Kontrastierung der Wärmeeinwirkung

 
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WERC46



Anmeldedatum: 14.04.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Do, 14. Apr, 2011 12:46    Titel: Kontrastierung der Wärmeeinwirkung

Wenn ich eine Schweißnaht auf einen normalisierten Kohlenstoffstahl lege bekomme ich eine Schweißzone, eine Wärmebehandlungszone und das Grundgefüge. Dieses kann ich an einem frisch polierten Querschliff mittels 2% HNO3 sichtbar machen. Jedoch stellt sich jetzt die Frage, bis zu welchen Temperatureinfluß ist den die Gefügeveränderung kontrastierbar? Im Mikroskop stellt sich die Unterscheidung der drei Bereiche immer klar dar, der Temperatureinfluß war aber mit Garantie graduell. Sind euch dazu Untersuchungen bekannt?
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Boromir



Anmeldedatum: 09.08.2007
Beiträge: 361
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Do, 14. Apr, 2011 17:03    Titel:

kontrastierbarkeit wird durch die temperaturbedingte diffusion von C beeinflusst. für die diffusion ist der platzwechsel von gitterplätzen von nöten. dabei muss die energiebarriere, die die atome an den plätzen fest hält überwunden werden, was bei höherer temperatur erleichtert wird. der diffusionskoeffizient wird in m^2s^−1 angegenen und beträgt bei kohlenstoff bei 800°C 15×10^−13, aber bei 1100°C schon 450×10^−13 m^2s^−1.

selbstverständlich ist der temperatureinfluss gradiell. abhängig vom kohlenstoffgehalt und abhängig von der zeit (schweißzeit) wüprde ich schätzen (keinerlei handfeste beweise), das unter 600 °C keine wärmeeinflusszone mehr sichtbar gemacht wird.

vielleicht hilft dir dieses Dokument weiter:

http://www.math.uni-bremen.de/zetem/cms/media.php/262/report0604.pdf

grüße
Boromir
_________________
Gruß
Boromir Fischer

- Metallographie Forum -
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WERC46



Anmeldedatum: 14.04.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Do, 14. Apr, 2011 18:57    Titel: Kontrastierbarkeit

Danke für den Hinweis.
Ich habe 550°C als Grenze für die C-Diffusion in einem Buch von 1936 gefunden, allerdings war damals der Stahl nicht ganz so sauber, wie heute.

Allerdings ist die Kontrastierbarkeit doch auch von der Angreifbarkeit der Säure abhängig. Hier ist nicht die Säurekonzentration gemeint, sondern eher der Unterschied der elektrochemischen Spannungsreihe von Ferrit zu Zementit. (Die Säurekonzentration beschleunigt oder bremst ja nur den Angriff.) Wenn zu wenig Zementit entlang der Korngrenzen vorhanden ist wird dieser nicht sichtbar, da der elektrochemische Spannungsunterschied zu niedrig ist.

Wieviel Zementit im Ferrit (oder entlang der Korngrenzen) ist den nötig um den Zementit durch HNO3 sichtbar zu machen? Damit würde ich ja auch eine Temperaturabhängigkeit (beim Schweißen natürlich auch Zeitabhängigkeit) bekommen.
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Kaatz



Anmeldedatum: 06.08.2007
Beiträge: 247
Wohnort: Lette-Verein

BeitragVerfasst am: Fr, 15. Apr, 2011 14:47    Titel:

Zitat:
Wieviel Zementit im Ferrit (oder entlang der Korngrenzen) ist den nötig um den Zementit durch HNO3 sichtbar zu machen?


Salpetersäure wirkt auf Stahl als Ätzmittel für die Korn- und Phasengrenzen, d.h. immer wenn im Gefüge Zementit oder andere Karbide vorhanden sind, gibt es einen Ätzeffekt. Sofern die Partikel gross genug sind, sind sie dann lichtmikroskopisch auch sichtbar.
Wenn das anders wäre, könnte man gehärteten/vergüteten Stahl (Martensit/Bainit) mit HNO3 nicht kontrastieren.

LG,

P. Kaatz
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Administrator - Metallographie Forum -
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Dr.Str-Pharm



Anmeldedatum: 11.08.2007
Beiträge: 126
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: Mo, 18. Apr, 2011 18:52    Titel:

ist eher eine Frage der Auflösungsfähigkeit deiner Untersuchungsmethode, ein REM und später vielleicht ein TEM wird dir gute Dienste leisten.
_________________
carpe noctem !
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