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Ni Basis und Wasserstoff

 
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Dr.Str-Pharm



Anmeldedatum: 11.08.2007
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BeitragVerfasst am: Mi, 24. März, 2010 09:49    Titel: Ni Basis und Wasserstoff



hab ich auf der Bruchfläche eines Bolzens aus Ni-Basis gefunden. Sieht mir ziemlich nach Wasserstoffversprädung aus. Was meint ihr ?
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carpe noctem !
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Boromir



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BeitragVerfasst am: Mi, 24. März, 2010 14:36    Titel:

punkte auf den korngrenzen deuten nicht auf wasserstoffversprödung hin. (mal im ultraschall vorher gereinigt? Nickelbasis im allgemeinen ist relativ resistent gegen wasserstoffversprödung. Ist einfach zu duktil. In der PM stand vor 2 Jahren ca. mal ein Beitrag über die Wasserstoffversprödung der ausgezeichnet war.
Zudem wäre für weitere untersuchungen wichtig was das für ein „nickelbasis“ werkstoff ist wink Mischkristallverfestigt? ausscheidungsgehärtet?!
Prinzipiell brechen (bei uns) die nickelbasislegierungen beim warmzugversuchen oder auch bei zeitstandversuchen immer interkristallin.


Als wenn ich einen toten vogel auf der straße fotografiere und frage warum er gestorben sei… biggrin
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Gruß
Boromir Fischer

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Dr.Str-Pharm



Anmeldedatum: 11.08.2007
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BeitragVerfasst am: Mi, 24. März, 2010 14:55    Titel:

Es ist leider nahezu unmöglich die genau verwendete Legierung zu bestimmen. Ich hab hier ein Tabellenwerk über die verwendeten Werkstoffe im Engine, alleine da gibts über 30 verschiedene Ni-Basis und etwa 20 Superalloys. Der Hersteller gibt an uns keine Infos über die Werkstoffe weiter. Da lässt sich leider nix machen.

Interessant ist , dass eine Wärmebehandlung nach der Galvanik (chemisch Nickel dann chemisch Silber) vorgeschrieben ist. Wieso so eine Vorschrift wenns nicht zur Versprödung kommt ?

Ich hab hier uralte Bilder von versprödeten Ni-Basis Schrauben gesehen die beim Einbau einfach abgebrochen sind, Ursache war Wasserstoffversprödung.
In der einschlägigen Literatur finde ich leider nichts zur Thematik Wasserstoffversprödung an Ni-Basis Werkstoffen.
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carpe noctem !
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Boromir



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BeitragVerfasst am: Do, 25. März, 2010 09:52    Titel:

wie schauts mit rfa oder standard-abfunken aus? lässt sich so der werkstoff nicht bestimmen?
beim abscheiden von metallüberzügen aus wässrigen lösungen ist ein eindiffundieren von wasserstoff in die werkstoffoberfläche nicht auszuschließen. drum findet nach der galvanik das "effusionsglühen" statt, um eventuell vorhandenen wasserstoff aus der werkstoffoberfläche aus zu treiben.
handelt es sich bei der silberschicht um eine funktionale Galvanotechnik oder nur (vermutlich) dekorative Galvanotechnik?

du musst den auftraggeber ausquetschen nach werkstoff, einsatztemperatur, einsatzort, aussenmedium usw. mit infos wie: "nickelbasis, ist kaputt" ist es sehr schwierig den genauen schadenshergang zu finden.

gruß
Boromir
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Gruß
Boromir Fischer

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sigmaphase



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BeitragVerfasst am: Mi, 31. März, 2010 19:20    Titel:

Hallo smile
im Buch von D. Kuron: Wasserstoff und Korrosion (Verlag Irene Kuron/bonner Studienreihe) steht, daß kfz Ni Werkstoffe stark durch H-Beladung verspröden und - im Gegensatz zu austenitischem Stahl - ik brechen, wie im Bild aufgezeigt. Daher ist vermutlich eine Effusionsglühung nach der Galv. zu Recht vorgeschrieben. Bei chem Ni (Ni-P mit rythmisch lamellarer Schichtfolge, > 8-9% P unmagnetisch) gibts m. W. n. keine H-Verspr., wird sogar gelegentlich für hochfeste Schrauben (12.9) zugelassen - allerdings müssen da die MTO´s genau eingehalten werden. Durch einseitig beschichtete Bleche den Druckeigenspannungszustand des Ni-P kontrollieren! Aus meiner Kenntnis heraus: wurde eine Ni Schicht angeätzt und nicht gleich HV geprüft (erst nach Mittagspause bspw.), stieg die Härte nachweislich stark an (kann nur H-Verspr. gewesen sein). Hinweis Möglicherweise wurde unterhalb der chem. Ni-Schicht ein galv. (saurer) Ni-Flash unterlegt? Infolge der lamellaren Schichtstruktur des Ni-P kann auch eine Effusion schlecht stattfinden (andrerseits ist eine dünne Ni-P Schicht aber auch noch "löcherig"); besser wäre da eine kolumnare Struktur (galv. Matt Ni). Wenn Ni-P, ist eine Wärmebehandlung (zeitabhängig: 200 - 400°C) festigkeits- bzw. härtesteigernd: von ca. 550 HV auf bis über 1000 HV.
Gruß SP smile

http://www.ahc-surface.com/205-0-Verfahrensvariante+DNC+520.html
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