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Schweißgut und welches Gefüge?

 
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vdhvorstand



Anmeldedatum: 28.04.2010
Beiträge: 5
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BeitragVerfasst am: Mi, 28. Apr, 2010 14:33    Titel: Schweißgut und welches Gefüge?

Hallo Leute, da mir das forum wärmstens empfohlen wurde, Frage an Euch:

Ich habe einen 1.4541 (X6CrNiTi18-10) mit artgleichen Zusatz (X6CrNiSi19-9) verschweißt. Beides laut Hersteller Austenite.

Ich hab das Problem, das ich so ne Art Korngröße bestimmen müsste.
1) Kann man die Struktur hier mit ner Art Korngröße beschreiben (helle Bereiche Korngrenzen, dunkle Bereiche Körner)?

2) Bzw. kann mir einer definitiv sagen, wass das für ne nadlige Struktur in den "Körnern" ist?

3) Ist die netzartige helle Struktur die ich als Korngrenze vermute irgendein Phasensaum?

Danke.

P.S. geäzt mit V2A-Beize bei ca. 60° ungefähr ne Minute glaub ich.
Wie gesagt bin auf dem Gebiet leider kein Fachmann
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Kaatz



Anmeldedatum: 06.08.2007
Beiträge: 247
Wohnort: Lette-Verein

BeitragVerfasst am: Mi, 28. Apr, 2010 22:31    Titel:

Hallo vdhvorstand
und herzlich willkommen im Metallo-Forum.

Kannst du uns bitte erst mal sagen aus welcher Stelle der Schweißverbindung das Foto stammt?
Wärmeinflusszone oder direkt aus dem Schweißgut?

viele Grüße,

P. Kaatz
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Administrator - Metallographie Forum -
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vdhvorstand



Anmeldedatum: 28.04.2010
Beiträge: 5
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Do, 29. Apr, 2010 14:16    Titel:

Die Aufnahme ist direkt aus dem Schweißgut (Auftragnaht) aus der Nahtmitte (horizontal als auch vertikal).

Danke

MfG vdhvorstand
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Kaatz



Anmeldedatum: 06.08.2007
Beiträge: 247
Wohnort: Lette-Verein

BeitragVerfasst am: Fr, 30. Apr, 2010 09:20    Titel:

Hallo vdhvorstand,

ich habe gerade versucht die Analyse für den Schweißzusatzwerkstoff aus dem Stahlschlüssel/Stahleisenliste zu ziehen, aber Fehlanzeige.
X6CrNiSi19-9 gibt es dort nicht. Stimmt deine Angabe?

Ich wollte das Cr- und Ni-Äquivalent ausrechnen um im Scheffler-Diagramm zu ermitteln, welches Gefüge zu erwarten ist. Von der ungefähren Zusammensetzung her liegen beide Stähle an den Grenzen zu den Mehrphasenräumen und darum müßte man es halt genau wissen.

Das Gefüge auf dem Foto sieht etwas ungewöhnlich aus. (wie du ja vielleicht gemerkt hast, kann hier keiner was zu sagen...)

Vielleicht solltest du es noch einmal abpolieren und erneut ätzen um zu schauen, ob es ein 'wahres' Gefüge ist. biggrin

Liebe Grüße,

P. Kaatz
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vdhvorstand



Anmeldedatum: 28.04.2010
Beiträge: 5
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BeitragVerfasst am: Fr, 30. Apr, 2010 12:21    Titel:

Hallo,

ja sorry, war ne falsche Angabe.

Der Zusatzwerkstoff hat die Nummer 1.4551.
Hat nach DIN 8556 die Bezeichnung SG x 5 CrNiNb 19-9

Richtanalyse:

C: 0,06 %; Si: 0,85 %; Mn: 1,30 %; Cr: 19,5 %; Ni: 9,5 %; Nb ca. 0,72 %.

Nach was sieht das Gefüge denn aus?


MfG und schönes Wochende
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Kaatz



Anmeldedatum: 06.08.2007
Beiträge: 247
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BeitragVerfasst am: Sa, 01. Mai, 2010 18:25    Titel:

Nach dem Schaeffler-Diagramm für die Gefügeausbildung von hochlegiertem Schweißgut liegt der Zusatzwerkstoff mit deiner Angabe der Zusammensetzung im Phasenfeld: Austenit und bis zu 10% delta-Ferrit.
Das würde für das mit V2A-Beize geätzte Gefüge auf dem Foto bedeuten: heller Untergrund = Austenit; dunkel in den Zwischenräumen = delta-Ferrit, denn das Ätzmittel löst diesen Bestandteil auf.

Die Vergrößerung/Auflösung von dem Bild empfinde ich als zu gering bzw. das Gefüge als zu fein, um diese Annahme zu bestätigen.
Es sieht für mich nicht nach einem typischen Schweißgut-Gefüge eines hochlegierten CrNi-Stahls aus. Das müßte dendritischer sein, also nach Guss aussehen mit dem delta-Ferrit in den interdendritischen Zwischenräumen. Da das Foto aus dem Zentrum der Naht stammt, könnte es natürlich sein, dass durch wiederholte Wärmeeinwirkung durch Aufbringen der nachfolgenden Schweißlagen die dendritische Struktur beseitigt ist...
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vdhvorstand



Anmeldedatum: 28.04.2010
Beiträge: 5
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BeitragVerfasst am: Mo, 03. Mai, 2010 09:34    Titel:

Danke für die schnellen Informationen.

Werde mal versuchen, noch ein paar Bilder einzuholen von der Naht.
Kann schon sein, dass das dendritische Gefüge "zerstört" wurde. Aber eigentlich ist die Naht einlagig geshcweißt mit dem MIG-Impulsschweißen mit ca. 100 Hz (100 Tropfen abgelöstes Schweißgut pro Sekunde).

Danke erstmal.

MfG vdhvorstand
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Boromir



Anmeldedatum: 09.08.2007
Beiträge: 361
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BeitragVerfasst am: Fr, 07. Mai, 2010 21:17    Titel:

hallo und willkommen im forum.
1. austenitkorngrößen werden nach astm e112 bestimmt. (http://www.metallograf.de/start.htm?richtreihen/astme112.htm)
rwechnerisch kann das nur an polygonalem gefüge erfolgen.
beispiel austenit:

bei gusswerkstoffen und auch dem schweißgut verändert sich das gefüge, sodass keine poligonalen (vieleckigen) körner vorliegen. dort eine korngröße zu bestimmen ist meiner meinung nach nicht aussagekräftig. in deinem fall sind die ggf. vorhandenen körner unterschiedlich groß. man spricht hier von mischkorn und gibt die bereich an. (also zb. Korngröße nach ASTM E 112 von 3-4, vereinzelt 1) eine korngrößenbestimmung im schweißgut ist meiner meinung nach nicht möglich.
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Gruß
Boromir Fischer

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vdhvorstand



Anmeldedatum: 28.04.2010
Beiträge: 5
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BeitragVerfasst am: Mo, 10. Mai, 2010 08:33    Titel:

Danke für die guten Informationen.

hab mittlerweile auch feststellen müssen, dass im Schweißgut keine Korngröße festzustellen ist.

Ich habe an anderer Stelle mal gelesen, das die Orientierung von Dendriten als Maß für die Gefügehomhogenität von austentitischem CrNi-Schweißgut als Maß herangezogen werden kann.

Weiß jemand wie man Proben dementsprechend präparieren müsste?
Problem ist nur, das ein dendritisches Gefüge nicht vorzuliegen scheint?

Wie könnte man denn die Struktur im o.a. Bild beschreiben?
Wie gesagt, ist aus der Nahtmitte.

Danke
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Braungardt



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Beiträge: 81
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BeitragVerfasst am: Mo, 10. Mai, 2010 10:17    Titel:

Hallo,

an der Präparation dürfte sich nichts ändern. (Genauso schleifen & polieren wie bisher).
Ich würde wirklich nochmals, wie schon vorgeschlagen wurde, die Probe abpolieren und mit einer frischen V2A- Beize ätzen. Wie war die Beize zusammengesetzt? Wenn sie ohne Voglsparbeize war, hätte man statt dest. H2O einfach nur H2O verwenden sollen.
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Kaatz



Anmeldedatum: 06.08.2007
Beiträge: 247
Wohnort: Lette-Verein

BeitragVerfasst am: Di, 11. Mai, 2010 07:14    Titel:

Sag mal: Ist der Anschliff eine Aufsicht auf die Naht? Also zerstörungsfrei von oben/außen anpräpariert ohne ein Stück der Naht herausgetrennt zu haben?
Das würde dann erklären, warum keine Dendriten zu sehen sind.

Zum Gefüge lässt sich nicht viel mehr sagen, als ich schon weiter oben gepostet habe.
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Administrator - Metallographie Forum -
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