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Metallographie Forum Die Diskussionsplattform für Metallographie
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mcol
Anmeldedatum: 08.06.2011 Beiträge: 14
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Verfasst am: Do, 30. Jun, 2011 14:52 Titel: Stahlguss GS 52CrMo4 |
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Ich untersuche gerade einen Werkstoff GS 52 CrMo4, der sehr niedrige Kerbschlagzaehigkeitswerte hat. Ich habe viele Einschlüsse gesehen und aufgenommen, gebe einen Beispiel in den eingefügten Bildern. Ich habe auch Seigerungen gesehen. Im Gefüge liegen in den geseigerten Bereichen Martensit und nicht geseigerten Bereichen Ferrit oder Bainit vor. Hierbei bin ich nicht sicher ob das Gefüge in geseigerten Bereichen Ferrit (nadeliger) oder Bainit ist und als zweites um welche Seigerung sich hierbei handelt. Vielen lieben Dank im voraus
Gruss Mustafa
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Kaatz

Anmeldedatum: 06.08.2007 Beiträge: 247 Wohnort: Lette-Verein
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Verfasst am: So, 03. Jul, 2011 13:33 Titel: |
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Hallo Mustafa,
ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich deine Frage hier richtig herauslese, aber ich versuche mal zu beantworten, was ich so meine:
Die Ausscheidungen (Schlacke-Einschlüsse) sind offensichtlich Mischformen, was man gut am rechten Bild an den verschiedenen Grautönen erkennen kann. Außerdem erscheinen sie etwas durchscheinend (linkes Bild, ungeätzt), es dürfte sich dort vermutlich um silikatische Anteile handeln.
Ihre ungleiche Verteilung lässt auf Seigerungserscheinungen schließen, was für Gussgefüge ja nicht untypisch ist.
Die unterschiedlich starke Anfärbung des Mikrogefüges geht auf unterschiedliche Gefüge und Karbidmengen zurück (Seigerungserscheinungen der Elemente C, Cr, Mo). Helle Gefügeanteile ohne körnige oder nadlige innere Struktur sind ferritisch. Sobald sie eine Struktur haben, ist es Bainit/Martensit. Aufschluss darüber ob die helleren Anteile legierungsreicher sind oder nicht, könnte vielleicht eine Kleinlasthärteprüfung nach Vickers geben oder die EDX mit dem REM.
Viele Grüße,
P. Kaatz _________________ Administrator - Metallographie Forum - |
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mcol
Anmeldedatum: 08.06.2011 Beiträge: 14
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Verfasst am: Mo, 04. Jul, 2011 13:50 Titel: |
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Vielen lieben dank Petra, Du hast mir sehr geholfen besonders mit den Einschlüssen.
Ich meinte eigentlich mit meiner Frage ob es sich Si oder Mn Seigerung oder was anderes handelt.
Vielen Dank noch mals
Mustafa |
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Kaatz

Anmeldedatum: 06.08.2007 Beiträge: 247 Wohnort: Lette-Verein
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Verfasst am: Di, 05. Jul, 2011 15:13 Titel: |
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Gern geschehen!
Stichwort Seigerung:
Diese Seigerungserscheinungen im Mikrogefüge gehen auf Primärseigerungen der Stahlbegleiter zurück, besonders Schwefel und Phosphor.
Der Phospor verdrängt im Austenit den Kohlenstoff, sodass phosphorreiche Zonen dadurch kohlenstoffärmer sind und dort entsprechend Ferrit oder Bainit entsteht. Die Umgebung wird dadurch kohlenstoffreicher (gemessen am mittleren C-Gehalt des Stahls) und es entsteht eher Perlit oder Martensit.
Der Effekt wird im Stahl als Sekundärzeiligkeit bezeichnet, da diese geseigerten Gefügezonen mitverformt werden und dann im Längsschliff zeilig gestreckt erscheinen.
Hier im Stahlguss liegen sie gemäß den Erstarrungsbedingungen eher unregelmäßig, eventuell netzartig vor (d.h. in den interdentrischen Räumen, da Phophor den Schmelzpunkt der Restschmelze erniedrigt).
Gruß,
Petra Kaatz _________________ Administrator - Metallographie Forum - |
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mcol
Anmeldedatum: 08.06.2011 Beiträge: 14
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Verfasst am: Di, 05. Jul, 2011 18:42 Titel: 42CrMo4 |
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Hi Petra,
Vielen lieben Dank für Deine freundliche Unterstützung, danke
Mustafa |
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