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Bartek230
Anmeldedatum: 11.04.2010 Beiträge: 10
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Verfasst am: So, 11. Apr, 2010 14:12 Titel: Um welches Gefüge könnte es sich handeln ? |
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Hallo Forum !!!
Brauche hilfe bei der Bestimmung eines Gefüges.
Ich persönlich tippe auf 42 CrMo Stahl. Bin mir da aber nicht sicher.
Vielleicht könntet ihr mir nen Tipp geben. Das Bild wurde in 500- Fach Vergrößerung aufgenommen.
http://www2.pic-upload.de/11.04.10/lsdjr17rsefp.jpg
Danke schon mal im Vorraus .....  |
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Boromir

Anmeldedatum: 09.08.2007 Beiträge: 361 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Di, 13. Apr, 2010 08:20 Titel: |
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anhand eines bildes kann man schlecht die chemische zusammensetzung erkennen.
vielleicht könnte man bei der bestimmung des gefüges helfen, was bei der schlechten qualität aber nicht viel einfacher wird.
sorry
boromir _________________ Gruß
Boromir Fischer
- Metallographie Forum - |
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Bartek230
Anmeldedatum: 11.04.2010 Beiträge: 10
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Verfasst am: Di, 13. Apr, 2010 17:00 Titel: |
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Mir würde aber auch schon eine Auskunft über das Gefüge selbst genügen.
Nach etwas recherche im Inet, komme ich zur der wagen Vermutung, dass es sich wohl um ein Ferritisch- perlitisches Gefüge mit ca. 0,4 % Kohlenstoff handelt. Man kann die hellen Bereiche wohl als Ferrit ansehen und die dunklen (leicht lammelenartig) als Perlit. |
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Canadien77

Anmeldedatum: 28.08.2007 Beiträge: 317 Wohnort: Blaustein
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Verfasst am: Mi, 14. Apr, 2010 17:00 Titel: |
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Also:
Erst mal zur Begrifflichkeit:
Perlit besteht aus Alpha-Eisen und dem Eisencarbid Fe3C. Bei einer Ätzung mit akloholischer Salpetersäure wird nur das Alpha-Eisen (der sogenannte Ferrit) angegriffen, das Eisencarbid (der Zememtit) wird nicht angegriffen, erscheint aber im Bild dann dunkel. Was man da als Lamellen sieht, sind also die zemetitschen (oder carbidischen) Anteile des Perlits, nicht der Perlit selbst.
Ob es sich um ein ferritisch-perlitisches Gefüge handelt ist schwer zu sagen, da die Aufnahme zu verwaschen ist. Es ist auf jeden Fall sehr feinkörnig.
Selbst wenn es ferritisch-perlitisch wäre, würde ich mich eher auf 0,6% Kohlenstoff festlegen, vielleicht sogar 0,7%, da hier kaum erkenntlich ist, welche helle Fläche zum Perlit und welche zum Ferrit gerechnet werden soll. _________________ In den meisten Fällen ist Diffusion die richtige Antwort. Sollte dem nicht so sein, so kann man durch Zulegieren von Mangan alles retten. Auf jeden Fall, Rekristallisation ist nicht immer die Antwort auf alle Fragen. |
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Kaatz

Anmeldedatum: 06.08.2007 Beiträge: 247 Wohnort: Lette-Verein
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Verfasst am: Do, 15. Apr, 2010 09:24 Titel: |
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Also, liebe Leute, erst mal was zum Ätzeffekt von 3%HNO3:
Das ist bei Stahl ein PHASENGRENZEN-Ätzmittel, weder Ferrit noch Zementit werden davon dunkel!
Der Effekt kommt dadurch zustande, dass beim Polieren der weichere Ferrit etwas stärker abpoliert wird als der Zementit des Perlits. Dadurch entsteht das berühmte reliefartige Aussehen des Perlits, das für den perlmutartigen Schimmer verantwortlich ist.
Voreutektoider Ferrit (also die poligonalen Körner) färbt sich durch Nital erst nach längerem Ätzen beige-braun an durch Bildung einer Reaktionsschicht oder wenn submikroskopische Nitride enthalten sind (vgl. Nitrierschichtbildung).
Zu dem Foto: es ist leider in dieser Auflösung etwas sehr unscharf. Vielleicht kannst du die Datei mal verkleinern und dann noch mal hochladen?
Bei einem mit Cr/Mo legierten Stahl ist es kaum möglich vom Gefüge auf den C-Gehalt zu schließen, weil diese Elemente bekanntlich die Umwandlungspunkte zu niedrigeren C-Gehalten und auch die Umwandlungstemperaturen verschieben.
Bei dem, was da gerade noch so zu erkennen ist, würde ich sagen, es könnte sich um ein Vergütungsgefüge handeln, hoch angelassen. Oder einen Stahl, der direkt in der Bainitstufe umgewandelt ist.
Kurz: nadliger oder plattenartiger Ferrit mit winzigen Karbiden
Was denkt Ihr? _________________ Administrator - Metallographie Forum - |
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Braungardt
Anmeldedatum: 13.08.2007 Beiträge: 81 Wohnort: Olpe
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Verfasst am: Do, 15. Apr, 2010 10:14 Titel: |
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Die Qualität des Bildes ist wirklich nicht die Beste. Würd mal ne andere Ätzung ausprobieren: wenn niemand was dagegen hat würd ich Kalling II vorschlagen:
50ml Ethanol ; 50ml Salzsäure 32%ig; 2,5g Kupfer-II-Chlorid
Tauch-/Wischätzung ( nach Sicht )
Mit Schutzbekleidung
Das, was zu sehen ist würde ich auch höchstens als Zwischenstufe erkennen. |
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Bartek230
Anmeldedatum: 11.04.2010 Beiträge: 10
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Verfasst am: Do, 15. Apr, 2010 21:04 Titel: |
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Hallo Leute,
vorab möchte ich mich für die rege Anteilnahme bedanken
Habe die Datei nun etwas verkleinert, ebenfalls füge ich noch eine 100- fach Auflösung bei.
100-fach
500-fach (Datei verkleinert)
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Kaatz

Anmeldedatum: 06.08.2007 Beiträge: 247 Wohnort: Lette-Verein
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Verfasst am: Fr, 16. Apr, 2010 09:29 Titel: |
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Hallo Bartek,
ich bleibe bei meinen Aussagen zum Gefüge! _________________ Administrator - Metallographie Forum - |
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Bartek230
Anmeldedatum: 11.04.2010 Beiträge: 10
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Verfasst am: Sa, 15. Mai, 2010 20:02 Titel: |
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Zur Auflösung( nach Rücksprache mit meinem Betreuer).
Fakten zu dem Werkstoff und der Behandlung:
Werkstoff: 42CrMo4
Behandlung: 860°C - 30 min / Luftabkühlung.
Somit lag Kaatz mit seiner Vermutung richtig.  |
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Boromir

Anmeldedatum: 09.08.2007 Beiträge: 361 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Sa, 15. Mai, 2010 21:03 Titel: |
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vielen dank für die rückmeldung
->close<- _________________ Gruß
Boromir Fischer
- Metallographie Forum - |
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