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Metallographie Forum Die Diskussionsplattform für Metallographie
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Vette91
Anmeldedatum: 03.09.2008 Beiträge: 2 Wohnort: 49124
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Verfasst am: Mi, 03. Sep, 2008 16:29 Titel: Weichglühen nach Härtung - höhere Festigkeit als nur GKZ |
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Moin Experten,
ich habe hier einen Stahl mit 0,36% C (1.7023).
1. Probe: Weichglühen
2. Probe: Härten + Weichglühen bei 710°C
Das Resultat war:
1. Probe: Einformgrad ca. 80%
2. Probe: Einformgrad 100%, aber eine höhere Härte/Festigkeit als die erste Probe.
Warum ist die 2. Probe trotz höherem Einformgrad härter?
fragt ein etwas ratloser
Eike |
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Boromir

Anmeldedatum: 09.08.2007 Beiträge: 361 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Mi, 03. Sep, 2008 23:18 Titel: |
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uff. gute frage. als erstes habe ich gedacht das die glühzeit zu gering gewählt wurde, das würde die höhere härte erklären. aber die einformung zu 100% körnigem perlit/zementit spricht da denke ich dagegen.
in welchem härteunterschieden bewegen wir uns denn? sind die härteschwankungen eventuell durch werkstoffstreuungen gegeben?
oder ist die härte so hoch das eventuell ein karbid angestochen wurde? (pro probe mindestens 3 messungen) wie wurde die härte ermittelt? vikers, mit welcher laststufe oder brinel?
denn in der regel sollte es vollkommen irrelevant sein wie der werkstoff vor dem weichglühen vorliegt, da der sinn des weichglühens ja das ausheilen der versetzungen, einformen des perlit und der spannungsabbau ist.
doch da fällt mir ein. das GKZ-Glühen (also glühen auf kugelige karbide) wird auch um 723°C gemacht, allerdings nicht mit dem ausschließlichen ziel, wie beim weichglühen, kugeligen perlit zu erhalten, sondern feinverteilte kugelige karbide. in wie weit das die messbare festigkeit beeinflusst weiss ich leider nicht. _________________ Gruß
Boromir Fischer
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Vette91
Anmeldedatum: 03.09.2008 Beiträge: 2 Wohnort: 49124
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Verfasst am: Do, 04. Sep, 2008 00:44 Titel: |
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| Hab schon 'ne Idee und schau nachher mal Richtung Orowan ... das könnte den ganzen Kram durchaus erklären. |
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Boromir

Anmeldedatum: 09.08.2007 Beiträge: 361 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Do, 04. Sep, 2008 07:04 Titel: |
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daran hab ich auch anfangs gedacht. weil der kuglige Zementit/perlit nicht koharent mit dem wirtsgitter ist. aber wo sollen jene versetzungen her kommen? glaube kaum das der ferrit sich derartig verzerren lässt. _________________ Gruß
Boromir Fischer
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Dr.Str-Pharm
Anmeldedatum: 11.08.2007 Beiträge: 126 Wohnort: Zürich
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Verfasst am: Fr, 05. Sep, 2008 07:05 Titel: |
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wieso sollte sich der perlit einformen ? es formt sich doch lediglich der zementit des perlits ein oder ? ich würde mir die korngrößen ansehen und vergleichen.
dass sich nach der Härtung mehr Zementit einformt ist klar. Im Martensit ist der der Kohlenstoff gleichmäßig gelöst, in jedem Korn gleich viel.
Da sich der Kohlenstoff in Zwangslösung befindet, will er auch möglichst schnell da wieder weg. Da die Diffusionswege damit kürzer werden ist in gleicher Zeit auch mehr eingeformt.
Warum die Festigkeit ansteigt kann ich nicht mit Sicherheit sagen.
Wie wurde denn die Festigkeit ermittelt (HBW2,5/187,5 ??) ? _________________ carpe noctem ! |
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