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Welche organischen Lösemittel?

 
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Martina



Anmeldedatum: 16.12.2010
Beiträge: 11
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BeitragVerfasst am: Mi, 09. Nov, 2011 12:40    Titel: Welche organischen Lösemittel?

Hallo,

ich hoffe meine Fragen sind nicht zu dämlich, sie resultieren eben daraus, dass ich mir die ganze Präparation quasi selbst beigebracht habe. Jetzt muss ich mal wieder Ethanol kaufen und frage mich, welche Qualtiät wofür?
Also:
Welche Lösemittel verwendet Ihr im Labor, einerseits zum Reinigen von Schliffen, andererseits für Ätzlösungen, wie z.B. Nital?
Wie wirken sich die Vergällungsmittel im technischen Ethanol auf die Schliffqualität aus?
In welchen Fällen ist es wichtig, wasserfrei zu arbeiten? Heißt wasserfrei dann tatsächlich 0% Wasser, oder sind z.B. 0,5% Wasser noch okay? (Ich denke da zum Beispiel an Zinkschichten.)
Wenn die Vergällungsmittel stören (also z.B. MEK), wäre Propanol eine Alternative, um die Branntweinsteuer für den unvergällten Ethanol zu umgehen?

Gespannte Grüße

Martina
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Canadien77



Anmeldedatum: 28.08.2007
Beiträge: 317
Wohnort: Blaustein

BeitragVerfasst am: Do, 10. Nov, 2011 10:28    Titel:

Hallo Martina.

In der Regel wird Ethanol mit einer organischen Substanz, meist Petrolether vergällt, welche sich dann auch nur im Ethanol löst. Dieses Ethanol kann bis zu 4% Wasser enthalten (azeotrope Mischung = Mengenverhältnis, dass sich durch Destillation nicht trennen lässt). Das ist für unsere Belange im Labor ausreichend. Wir hatten mit diesem Ethanol auch bei der wasserfreien Präparation an CS-Zink-Schichten kein Problem. Zumal die meisten Diamantsuspensionen (und das meiste OP-S) auch auf Wasserbasis sind. Die kleinen Mengen Wasser, mit denen das Zink dann in Berührung kommt, sind nicht schlimm. Auch in der Nital macht das Wasser nichts, zumal die Salpetersäure auch Wasser enthält.
Die Vergällungsmittel stören nicht, von Propanol solltest du eher die Finger lassen, da Propanol noch leichter flüchtig ist wie Ethanol und bei größerer Verwendung daher entsprechende Schutzkleidung verwendet werden muss bzw. der Polierautomat dann in einem Abzug stehen und an ein eigenes Abwassersystem angeschlossen sein sollte. (Propanol wird u.a. in der Gastronomie zur Desinfektion der Hände verwendet.)
Wenn du Ethanol kaufst, solltest du aber nur auf das Ethanol von Chemikalienlieferanten setzen, da das sogenannte "Bioethanol" (für den Kamin oder so) durchaus sehr verdreckt sein kann. Bei größeren Mengen ist es sinnvoll, den Ethanol über den Zoll zu beziehen, denn, so weit ich weiß, ist die Branntweinsteuer nur für den Verzehr gedacht und der Zoll kann eine entsprechenden "Branntweinschein" ausstellen, mit es da, meines Wissens nach, Sonderregelungen gibt.

Kurz und knapp: Ethanol vom Chemikalienhandel ist das Mittel der Wahl.

Bis dann
Herbert
_________________
In den meisten Fällen ist Diffusion die richtige Antwort. Sollte dem nicht so sein, so kann man durch Zulegieren von Mangan alles retten. Auf jeden Fall, Rekristallisation ist nicht immer die Antwort auf alle Fragen.
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Martina



Anmeldedatum: 16.12.2010
Beiträge: 11
Wohnort: Dresden

BeitragVerfasst am: Do, 10. Nov, 2011 12:27    Titel:

Hallo Herbert,

bei den Zinkschichten habe ich Diamantspray und wasserfreies Schmiermittel sowie wasserfreies Ethanol zum Reinigen verwendet. Werde es aber nochmal mit dem 96%-igen versuchen, vielleicht reicht das ja wirklich.
Beim Nital ist klar, da brauche ich keinen wasserfreien Alkohol, da ging es mir eher um die Vergällungsmittel.
Bei der Haltbarkeit von mit technischem Alkohol gereinigten Proben habe ich durchaus den Eindruck, dass sie eher korrodieren.

Über den Umgang mit Propanol muss ich mich nochmal informieren, meines Wissens ist das nicht sooo kritisch, und ich will ja nicht damit polieren, sondern reinigen.

Du schreibst weiter: Ethanol vom Chemikalienhandel ist das Mittel der Wahl.
Klar kaufe ich beim Chemikalienhandel, aber da gibt es mindestens 10 verschiedene Qualitäten.
Den technischen Alkohol kaufen unsere Chemiker fassweise, damit steht der mir in großen Mengen zur Verfügung und kostet fast nix.

Viele Grüße

Martina
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Canadien77



Anmeldedatum: 28.08.2007
Beiträge: 317
Wohnort: Blaustein

BeitragVerfasst am: Do, 10. Nov, 2011 16:30    Titel:

Martina hat Folgendes geschrieben:

Du schreibst weiter: Ethanol vom Chemikalienhandel ist das Mittel der Wahl.
Klar kaufe ich beim Chemikalienhandel, aber da gibt es mindestens 10 verschiedene Qualitäten.


Schon, aber an meiner letzten Arbeitsstellen hatten wir das kleine Problem, dass uns das Ethanol ausging und ein Kollege auf Biegen und Brechen Bioethanol im Versandhandel kaufen wollte. Mehr ist dazu nicht zu sagen...
_________________
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Boromir



Anmeldedatum: 09.08.2007
Beiträge: 361
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Do, 10. Nov, 2011 19:04    Titel:

normaler "handelsüblicher" ethanol 98% ist ausreichend. im zweifelsfall druckluft statt fön zum reinigen verwenden wink

allerdings haben wir auch die erfahrung gemacht, das sich nicht jeder ethanol zum reinigen der proben eignet. am besten machst du hier deine eigenen erfahrungen. oft klässt sich auch eine kleinere menge bestellen. auf reinen ethanol ohne vergällungsmittel würde ich aus kostengründen nicht zurückgreifen.
_________________
Gruß
Boromir Fischer

- Metallographie Forum -
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metallography



Anmeldedatum: 14.01.2010
Beiträge: 21
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: Di, 03. Jan, 2012 16:48    Titel:

Hallo Martina,

also wir verwenden Ethanol 99%ig mit MEK für die Metallographie, wobei wir nicht wasserfrei arbeiten müssen.
Bei Ethanol 96% mit Aceton vergällt, hatten wir Probleme unspezifischer Art und bei unseren kleinen Mengen sind wir dann auf Nummer sicher gegangen.
Ethanol mit Benzin vergällt hatten wir auch mal, da gabs bei uns Probleme dass der Benzinanteil Perlen gemacht hat und Flecken, sobald auch noch Wasser im Spiel war (also fast immer bei uns). Da hab ich aber keine Ahnung wie viel Benzin da drin war.

Insgesamt haben wir fast immer technische Qualität bzw. "zur Analyse" in der Metallographie. Die ultrareinen Qualitäten bzw. die für Spurenanalyse und oder mit Zertifikat über die Inhaltsstoffe gibts nur im Ausnahmefall.

Ich weiss ansonsten von Kollegen, dass sie für alles nur noch Isopropanol nehmen statt Ethanol.


Wilma
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